Was weißt Du über Depressionen?

Depressionen – mehr als nur ein bisschen schlechte Laune.

Wusstest Du, dass Depressionen zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen in der deutschen Bevölkerung gehören?

Von 100 Menschen erkranken ca. 16 bis 20 im Laufe ihres Lebens einmal an einer Depression oder chronisch depressiven Verstimmung, ca. jede vierte Frau und ca. jeder 8 Mann.

Trotz dieser Häufigkeit wird ebendiese Krankheit in der Öffentlichkeit leider nach wie vor und viel zu häufig unterschätzt, abgetan oder missverstanden.

Depressionen sind mehr als nur ein bisschen schlechte Laune und kein persönliches Versagen der Betroffenen. Eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit welche, wie z.B. Diabetes, jeden von uns treffen kann.

Ich selbst bin vor mehr als 10 Jahren u.a. an einer Depression erkrankt und habe diese Krankheit dank großartiger Unterstützung durch meine Familie, Freunde, Kollegen und allen voran unterstützenden Therapeuten und Ärzten überwunden. Daher werde ich in diesem, wie auch den folgenden Beiträgen, vor allem meine persönlichen Erfahrungen, Erlebnisse, Höhen und Tiefen einfließen lassen.

Ich möchte Dir in diesem Beitrag aufzeigen, mit welchen Symptomen die Erkrankung an einer Depression verbunden sein kann. Ausführliche und immer wieder aktuelle Informationen, sowie Hilfsangebote, findest Du u.a. bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Ich bin kein Arzt oder Psychotherapeut. Für eine fundierte medizinische Beratung stehen dir ebendiese Anlaufstellen zur Verfügung.

Depressionen – Symptome

Eine Depression hat viele Gesichter und Ursachen und kann Menschen in jeder Lebenssituationen treffen. Von jetzt auf gleich oder in einem schleichenden Prozess. Es ist z.T. schwer, sie von „normalen“ Verstimmungen oder aktuellen Lebenskrisen zu unterscheiden – daher ist es wichtig und unabdingbar, sich ärztliche Hilfe/Rat bei Verdacht auf eine Erkrankung zu holen.

Anzeichen einer Depression

Depressionen - Symptome
1. Depressionen – Symptome.
Inhaltliche Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Hauptsymptome

Verlust von Interesse und Freude

Unternehmungen, Aktivitäten und Interessen welche „früher“ von hoher Priorität waren und Spaß gemacht haben, verlieren für Betroffene an Bedeutung.

Depressive Stimmung

Hier kann ich mich nur wiederholen – es ist mehr als nur schlechte Laune an einem Tag. Ein Gefühl von Leere, Niedergeschlagenheit, Unfähigkeit die eigenen Gefühle wahrzunehmen.

Mir persönlich fällt es heute noch schwer zu beschreiben, wie genau es mir damals ging. Es war ein großes Nichts, ich war ein großes Nichts.

Verminderter Antrieb

Kurzgefasst – alles wird zum Kraftakt.

Normale Dinge wie Einkaufen, Putzen, Treffen mit Familie und Freunden – all das stellte für mich eine enorme Anstrengung, physisch wie psychisch, dar und raubte mir alle noch vorhandene Energie. Bis zu dem Punkt, an dem ich nur noch darum bemüht war, meine äußere Fassade aufrechtzuerhalten. Aufstehen, Arbeiten, Erwartungen erfüllen. Danach kam das große Loch. Und am Ende ging gar nichts mehr.

Nebensymptome

Schlafstörungen, Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit

Schlafstörungen (vor allem das Problem nicht einschlafen zu können) und Schuldgefühle oder auch Gefühle von Wertlosigkeit können zu den Nebensymptomen einer Depression gehören.

Im Laufe meiner Erkrankung sah ich mich ab einem gewissen Punkt der Sorge meiner Familie und Freunde um mich ausgesetzt. „Ausgesetzt“ ist hier tatsächlich ein passendes Wort. Es war mir zu viel und ich stellte mir immer wieder die Frage „warum kümmert es euch – bin doch nur ich“. Ebenso konnte ich es mir nicht verzeihen, dass ich „Schuld daran hatte“, dass sich z.B. meine Großeltern so große Gedanken um mich machten. Ein schwer zu durchbrechender Kreislauf, welcher mich zusätzlich Kraft kostete, mir den Schlaf raubte und mich weiter ins Bodenlose fallen ließ.

Vermindertes Selbstwertgefühl / Selbstvertrauen

Man selbst wird zu seinem größten Kritiker.

Nichts was ich hatte und tat, war in meinen Augen gut genug.

Negative / pessimistische Zukunftsaussichten

Es wird immer schwerer überhaupt etwas Positives zu sehen.

Irgendwann gelangte ich persönlich an den Punkt, an welchem es mir nicht mehr möglich war einen Ausweg aus der Gesamtsituation zu erkennen. Alles war eine große graue Masse.

Verminderte Aufmerksamkeit / Konzentration

Dinge werden unwichtig. Die „Außenwelt“ wird unwichtig und erreicht einen Betroffenen nicht mehr.

Meine Erfahrung war, dass ich oft nicht mehr wusste, wie ich z.B. von A nach B gekommen bin. Auch war meine Aufnahmefähigkeit auf ein Minimum gesunken.

Weniger Appetit

Auch ein verminderter Appetit kann ein Symptom für eine Erkrankung sein. Es schmeckt nicht mehr, Essen verliert an Bedeutung.

Hieraus entwickelte ich eine krankhafte Kompensation meines übrigen Kontrollverlustes und begab mich damit gleichzeitig in die offenen Arme einer ausgeprägten Essstörung.

Suizidgedanken

Suizidgedanken sind ein häufiges Symptom einer Depression.*


*Wenn Du Dich in einer akuten Krise befindest, wende Dich bitte an einen Arzt oder Psychotherapeuten, die nächste psychiatrische Klinik oder den Notarzt unter 112. Du erreichst die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222.


Depressionen haben viele Gesichter, unterschiedliche Symptome und sie können jeden von uns treffen.
2. Eine Depression ist individuell und weist unterschiedliche Symptome auf.

Diagnose

Das Gute vorweg: eine sichere Diagnosestellung ist, durch einen Arzt oder Psychotherapeuten, möglich.

Die obige Übersicht soll eine Grundinformation über die möglichen Symptome geben.

Treten mindestens 2 der 3 Hauptsymptome und zusätzlich mindestens 2 Nebensymptome über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen oder länger auf, dann solltest Du unbedingt einen Arzt konsultieren.

Mögliche Ursachen einer Depression

Die Ursachen einer Depression sind vielfältig, wie eben auch ihre Erscheinungsformen und Ausprägungen. So können Lebensereignisse oder Lebensumstände wie Trennung, Leistungsdruck, andere Erkrankungen, der Tod eines nahestehenden Menschen u.v.m. eine Depression auslösen. Jedoch lösen derartige Umstände nicht automatisch und bei jedem Menschen eine Depression aus. Das Risiko einer Erkrankung wird auch von biologischen Voraussetzungen (Fachleute gehen z.T. auch von einer genetischen Veranlagung aus) und der bisherigen sozialen Prägung bedingt.

Was weißt Du jetzt über Depressionen?

Erst einmal Danke, dass Du den Artikel bis hier hin gelesen hast und ich hoffe, Dir einen kurzen Überblick über die möglichen Anzeichen einer Depression gegeben zu haben.

Mein Ansinnen mit diesem Beitrag ist die Schaffung einer Basis. Hierauf aufbauend, werde ich immer wieder auf dieses Thema zurückkommen, dann verstärkt bzw. vorrangig mit meinen persönlichen Erfahrungen.

Das Gute ist – eine Depression ist in der Regel heilbar und aus einem Leben in der „Grauzone“ kann wieder ein Leben werden, welches kein bisschen grau ist!

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Zeit – bis bald.

Liebe Grüße Markus


Wenn Du das Gefühl hast, Deine Befindlichkeiten könnten auf eine Depression hinweisen, suche ärztliche und/oder psychotherapeutische Hilfe.


Titelbild: Bild von imagii auf Pixabay

zu Bild 2 DarkmoonArt_de auf Pixabay

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